Zurück

JA-Verein lädt in den Bürgersaal nach Mauchen ein und präsentiert Ergebnisse aus einer Bürgerumfrage

Während der Veranstaltung erklären Referenten außerdem Wohnlösungen, die auch für den Ortsteil Mauchen in Frage kommen könnten.

Das Rathausgebäude im Stühlinger Ortsteil Mauchen, in dem sich auch der Bürgersaal befindet. | Bild: Güntert, Roswitha

Unter dem Titel „Gemeinsam die Zukunft des Dorfes gestalten“ hat der JA-Verein in den Bürgersaal in Mauchen eingeladen. Das Interesse der Bürger aus nah und fern war groß und der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt. Unter der Leitung von Thekla Korhummel stellte das dreiköpfige Projektteam die Agenda der Abendveranstaltung vor und begrüßte die Gastreferenten Corina Weingärtner und Thomas Hann.

Die Ergebnisse und Erkenntnisse aus der Bürgerumfrage wurden von Thekla Korhummel, Christine Krebs und Ines Stich präsentiert. Die Auswertung hatte ergeben, dass den Bürgern die Einkaufsmöglichkeit im Ort neben dem Schwimmbad, den Vereinen, der Gastronomie, der Busanbindung und der Nachbarschaftshilfe am wichtigsten sind. Das gemeinschaftliche Dorfleben trägt zum Fundament eines attraktiven Ortes bei.

Das Dorf braucht neue Einwohner

Dabei ist besonders neuer Wohnraum für junge Erwachsene und barrierefreie Seniorenwohnungen wesentlich. Die jungen Menschen sollen die Möglichkeit bekommen, im Dorf zu bleiben oder nach Ausbildung oder Studium zurückkehren zu können. Ebenso wollen die Senioren so lange wie möglich im Dorf gut versorgt leben können. Im Laufe der Veranstaltung kam man zu dem Ergebnis, dass ein neues Nahversorgungskonzept, der Erhalt des Schwimmbades, der Fortbestand der Vereine nur erreicht werden können, wenn es möglich ist, neue Einwohner zu gewinnen.

Seit der Vereinsgründung im Jahr 2012 kümmert sich der Ja-Verein im Rahmen der organisierten Nachbarschaftshilfe um ältere und hilfebedürftige Menschen in der Region. Dabei ist es den Mitgliedern wichtig, die vorhandenen professionellen Hilfsund Versorgungsstrukturen mit etwa 250 bürgerschaftlich engagierten Helfern zu ergänzen und Pflegepersonal zu entlasten.

Dies könnte durch das Schaffen von neuem Wohnraum im bereits ausgebluteten Dorfkern verwirklicht werden. Diese Erkenntnisse möchte man für eine gute Dorfentwicklung nutzen und schaut dabei auch über den Tellerrand hinaus auf beispielhafte Projekte im Südschwarzwald. Einen Überblick zum Thema „Junges Wohnen“ verschaffte Corina Weingärtner. Sie illustrierte anhand von Beispielen neue Formen des Wohnens, die auch auf dem Dorf möglich sein können. Beispiele waren Wohngemeinschaften, wie man sie bisher eher aus den Studentenstädten kennt.

Gemeinschaftliches Eigentum generieren

Dies sind beispielsweise Jokerwohnungen (Kleinstwohnungen) für kurzfristig und schnell umzusetzende Wohnlösungen. Das Ergebnis des Modellprojekts zeigte auf, dass alte Häuser und junge Menschen gut zusammenpassen. Wohnlösungen für junge Erwachsene ließen sich daher gut im Altbestand verwirklichen. Thomas Hann ergänzte die Veranstaltung auf seinem Fachgebiet als Gründungsberater zahlreicher Genossenschaften und konnte das Publikum mit seinen Genossenschaftsbeispielen in Erstaunen versetzen. Das Projektteam ist sich sicher, dass Mauchen für solch eine Wohnform prädestiniert ist. Die Attraktivität des Ortes wird damit für die Zukunft sicher gestärkt.

Durch ein über Genossenschaftsanteile finanziertes Projekt könnte gemeinschaftliches Eigentum generiert werden, das zur Altersabsicherung im Ort und im Idealfall zum langfristigen Erhalt des Dorfladens führen kann. Das investierte Kapital bleibt im Ort und schafft neben Arbeitsplätzen sowie einer soliden und sozialen Infrastruktur einen Mehrwert fürs Dorf. Als nächsten Schritt soll nun eine Veranstaltung organisiert werden, die speziell über Genossenschaften und alternative Träger-Finanzierungsmodelle informiert. Ebenfalls sollen die Bürger über zukunftsfähige Nahversorgungskonzepte informiert werden.

Quelle: Südkurier