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Wie Alt und Jung wohnen wollen

Im Stühlinger Stadtteil Mauchen entsteht das Projekt „Neue Wohnformen für Jung und Alt

Stühlingen – Wer träumt nicht davon, bis ins hohe Alter im gewohnten Umfeld wohnen zu können? Damit dies nicht nur ein Traum bleibt, entsteht im Stühlinger Stadtteil Mauchen das Projekt „Neue Wohnformen für Jung und Alt“ in vorwiegend alter Bausubstanz, und zwar als Fortführung der positiven Entwicklung des Ja-Vereins in den vergangenen elf Jahren. Einerseits gibt es in Mauchen viele leer stehende Gebäude oder Häuser, in denen nur eine Person wohnt; andererseits fehlen seniorengerechte Wohnungen sowie für junge Menschen bezahlbarer Wohnraum. Dies hat eine Umfrage ergeben, die nach einer Auftaktveranstaltung im Frühjahr in Mauchen umgesetzt worden war. Die Deutsche Fernsehlotterie hat das Vorhaben gefördert wird. Die Bedarfsermittlung war mit der Umfrage ein wichtiger Schritt zur Realisierung des Projekts.

Durch die Initiative des Ja-Vereins konnte die Stadt Stühlingen bereits im Jahr 2021 als Modellgemeinde am Projekt „Junges Wohnen“ teilnehmen. Mit einem Auswahlgebäude in Mauchen sollen für die Generation zwischen Kinderzimmer und Eigenheim Lösungen geboten werden. Das Projektteam um Thekla Korhummel ist sehr motiviert, das Thema weiter zu verfolgen. Neben genügend Wohnraum für alle sollten aber auch weitere wichtige Infrastruktursäulen erhalten bleiben und neu geschaffen werden. In Mauchen ist man in der glücklichen Lage, dass es noch ein Lebensmittelgeschäft und ein von einem Förderverein betriebenes Schwimmbad gibt. Die Umfrage hat ergeben, dass den Bürgern von Mauchen diese beiden Angebote am wichtigsten sind. Aber auch Vereine, Busanbindungen, Gastronomie sowie die Nachbarschaftshilfe haben einen hohen Stellenwert. 82 Prozent der befragten Bürger wünschten sich, dass die Nahversorgung im Dorf erhalten bleibt, was die Initiatoren ebenfalls angehen wollen.

Aktuell ist das Projektteam mit verschiedenen Hauseigentümern im Gespräch. Es will geeignete Gebäude finden, die für ein Wohnprojekt umgestaltet werden können. Auch wenn sich das Team überwiegend auf Leerstandsgebäude konzentriert, sind auch Modelle denkbar, bei denen der Eigentümer im Gebäude wohnen bleiben kann oder ein Wohnrecht erhält. So sollen schlussendlich durch sinnvolle Umbauten die Ortskerne reaktiviert werden und Grünflächen erhalten bleiben. Als nächsten Schritt zur Realisierung dieses ambitionierten Projekts ist eine Informationsveranstaltung über Genossenschaften und Junges Wohnen geplant. Hierzu sollen zu gegebener Zeit alle Interessierten eingeladen werden.

Quelle: Südkurier