Bürgermeister Burger bei der Eröffnung mit dabei. Viele des GeschäftsLieferanten kommen direkt aus der Region. Joachim Burger lobt Engagement der Bürger.
Von Ingrid Mann
Nun ist es offiziell! S´Lädeli in Mauchen wurde feierlich eröffnet. Bürgermeister Joachim Burger hat es sich nicht nehmen lassen, die geladenen Gäste zu begrüßen und einen kleinen Rückblick auf die Entwicklung des neuen Dorfladens gegeben. Er dankte Petra Meier, die viele Jahre einen privaten Dorfladen betrieb und das Ende ihres Ladens zum Jahreswechsel 2025/26 angekündigt hatte. Die Dorfgemeinschaft in Mauchen wollte den kommenden Verlust nicht hinnehmen, beriet und plante, dass dem Bürgermeister bald klar wurde – Mauchen hält zusammen – sieht die Chancen und nicht die Risiken – Mauchen packt an.
Burger freute sich, dass das Förderprogramm der Allianz für Beteiligung in den Bereichen „Quartierimpulse – Beratung und Umsetzung von Quartierprojekten vor Ort“ gemeinsam mit dem Ja-Verein und der Stadt Stühlingen 85.000 Euro Fördermittel möglich machte. Beeindruckt zeigte sich Burger von den vielen Ehrenamtlichen, die in sehr kurzer Zeit die Öffnung vom Lädeli, nämlich schon am 2. Januar 2026, möglich machten. „Dieses Projekt ist eine echte Gemeinschaftsleistung, was ein wichtiger Meilenstein, aber nicht das Ende des Weges ist“, ist sich Burger sicher. Dieses Engagement verdiene nicht nur Dank, sondern vor allem großen Respekt. Der jetzige Standort vom Lädele ist eine Übergangslösung. Man sucht schon seit Längerem nach einem Gebäude, das zum einen Wohnraum für junge Menschen bieten kann. Zum anderen könnte dort eventuell ein größerer Ladenraum eingerichtet werden. Kümmerer Fabian Korhummel stellte das Konzept vom Lädeli kurz vor, das 43 Quadratmeter misst und in einem Raum aufgebaut wurde, der früher als Flohmarktraum genutzt wurde. Er erklärte, dass es günstig sei, dass die Küche vom Ja-Verein genutzt werden kann, sowie zusätzlicher Lagerraum zur Verfügung steht. Im Nebengebäude, das der Familie Geng gehört, wurde der ehemalige Stall ausgebaut, um ein Getränke- und auch sonstiges Lager einrichten zu können. Die Waren kommen aus der Region
Fabian Korhummel stellte auch das Hybridmodell vor, das es möglich macht, dass s´Lädeli täglich von 6 bis 22 Uhr geöffnet sein kann. Zu bestimmten Zeiten mit und die übrige Zeit ohne Personal. Beliefert wird der Dorfladen von einem der wenigen noch existierenden Händler, zusätzlich gibt es einige lokale Lieferanten wie Bäckereien aus Birkendorf und Bonndorf, Eier aus Wangen, Mehl aus Wellendingen, Kartoffeln aus Eberfingen sowie Honig und Schnaps aus Mauchen selbst. Die nächsten Schritte werden sein, dass die Abläufe optimiert werden, dass noch Lagerregale gebaut und die Kunden wegen des Sortiments befragt werden und dass sie auf Wunsch Kundenkarten erhalten können. Auch Fabian Korhummel betonte, dass nur durch das gute Miteinander s´Lädeli möglich geworden ist. Christa Bernauer, Bürgerin aus Mauchen, ist sehr froh, dass es mit einem Laden in Mauchen weitergeht. Es gibt alles für den täglichen Bedarf und der Laden ist zu Fuß schnell erreichbar. Ihr Enkel freut sich schon auf die Kundenkarte, mit der er dann auch einkaufen darf. Auch Marlies Blatter und Martha Aicheler äußerten sich positiv, s´Lädeli ermöglicht ihnen und ihren Kindern den Einkauf vor Ort. Meistens bringen die Kinder oder Nachbarinnen den Einkauf für die beiden über 80-Jährigen mit. Auch Wolfgang Zolg findet das neue Lädeli gut, nur mit dem Standort ist er nicht so einverstanden. Zur großen Freude aller Anwesenden überreichte Nico Rudigier vom Lions-Club Waldshut einen Scheck in Höhe von 5000 Euro an den Kümmerer vom Lädeli und gratulierte zu diesem Erfolg.
Christine Krebs stellte nochmals aus ihrer Sicht die rasante Entwicklung der Dorfgenossenschaft vor, in der sie Vorstandsmitglied ist. Sie betonte, dass das Baby Genossenschaft inzwischen zu einem Kleinkind herangewachsen ist, mit seinen 124 Mitgliedern und das nächste Baby schon geboren sei, das ihre Vorstandskollegin Johanna Schmid vorstellte. Diese gab bekannt, dass im Dezember 2025 die „Bürgerstiftung Mauchen“ entstanden ist. Gerhard Schroth aus Mauchen hat gesehen, mit wie viel Herzblut, Einsatz und Gemeinschaftssinn in Mauchen Gutes entsteht und hat kurzerhand viel Geld in die Hand genommen, damit die alte Schmiede in Mauchen gekauft werden kann. In diesem Gebäude soll übrigens dann der endgültige Dorfladen verwirklicht werden. Sonderfonds für mehr Tierwohl
Deshalb wurde diese Stiftung gegründet, in die noch zehn weitere Gründungsstifter Geld einbrachten. Gerhard Schroth liegt auch das Thema Tierwohl sehr am Herzen. Er selbst besitzt zahlreiche Enten, um die er sich sorgt, falls er sich einmal nicht mehr um diese kümmern kann. Deshalb wird innerhalb der Bürgerstiftung ein Sonderfonds geschaffen, in dem genau dieses Anliegen an erster Stelle steht. Der Hof, auf dem Gerhard Schroth und seine Enten leben, soll ein Pilotprojekt des Sonderfonds werden, mit der Idee, dass Menschen und Tiere friedlich und im Einklang ihren Lebensabend verbringen können. Thekla Korhummel erklärte abschließend, dass mit dem Dreiklang aus JA-Verein, Genossenschaft und Bürgerstiftung in Mauchen ein gutes Fundament geschaffen wurde, um das Projekt Dorfentwicklung positiv voranzubringen.
Quelle: Südkurier